Mehr Partnerschaftlichkeit beim Elterngeld notwendig

Veröffentlicht am 27.08.2009 in Pressemitteilung

Zu den aktuell veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Elterngeldbezug erklären die stellvertretende Vorsitzende Christel Humme und die familien- und frauenpolitische Sprecherin der SPDBundestagsfraktion Caren Marks:
Inzwischen nehmen schon viele Väter Elterngeld in Anspruch, dies ist
zu begrüßen. Allerdings nehmen drei von vier Vätern Elterngeld nur für zwei Monate in Anspruch - im Gegensatz dazu beziehen neun von zehn Müttern Elterngeld zwölf Monate. Wenn Nachwuchs da ist, pausieren die meisten Frauen deutlich länger im Job als Männer. Die meisten Männer steigen schon nach zwei Monaten wieder in den Beruf ein.

Die SPD zieht daraus zwei Schlüsse:

• Erstens brauchen wir mehr Anreize, damit sich die Eltern die Erziehungsarbeit gleichberechtigt teilen. Die SPD setzt daher seit Langem auf mehr Partnerschaftlichkeit beim Elterngeld. Wir wollen die Anreize für aktive Väter ausweiten - statt zwei soll es künftig vier
Partnermonate geben. Wenn beide Partner Teilzeit arbeiten und
sich gleichzeitig um ihr Kind kümmern, endet das Elterngeld derzeit
nach sieben Monaten. Wir wollen den Anspruch auf Elterngeld bei
gleichzeitiger Teilzeitarbeit von jetzt sieben Monate auf 16 Monate
mehr als verdoppeln. CDU und CSU haben diesen Vorschlag abgelehnt.
• Zweitens müssen wir dringend die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen beseitigen - mit gesetzlichen Regelungen. Die aktuelle Statistik lässt sich auch dadurch begründen, dass für Männer ein längerer Ausstieg aus dem Job größere Gehaltseinbußen bedeutet. Steigt die Partnerin länger aus dem Job aus, sind die Gehaltseinbußen oft geringer. Kein Wunder: Männer verdienen im
Durchschnitt 23 Prozent mehr als Frauen. Wenn wir die Lohnungleichheit weiter bekämpfen, wird auch das zu mehr Partnerschaftlichkeit bei der Familienarbeit und beim Elterngeldbezug führen. Und was wollen die Konservativen? Sie wollen ein Betreuungsgeld. Damit bescheren sie nicht nur den Kindern schlechtere Bildungschancen, sondern auch den Frauen schlechtere Erwerbsmöglichkeiten. Das gleichegilt für den Vorschlag von Ursula von der Leyen, aus dem Elterngeldein langjähriges Teilzeitprogramm für Frauen zu machen. Die SPD meint es ernst mit der Chancengleichheit von Frauen und Männern und mit einem modernen Familienbild.

 

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