„Verbesserung der kommunalen Finanzen“

Veröffentlicht am 10.04.2010 in Pressemitteilung

Harald Schweitzer: Musterresolution gegen die Landes- und gegen de Bundesregierung „Verbesserung der kommunalen Finanzen“ verschleiert die Verantwortung für die kommunalen Finanzen es gibt Verbände, die den Versuch un¬ternehmen, die an¬gespannte Finanzsi¬tuation der Kom¬munen parteipolitisch gegen das Land und die SPD-geführte Lan¬desregierung zu missbrauchen. Da wird eine Musterresolution verschickt in der Hoffnung, dass die Kommunen diese in den Rats¬sitzungen verabschieden und nach Mainz schicken. ....

.... Pech ist, dass diese Musterresolu¬tion nur so von Einseitigkeit und Halbwahrheiten strotzt. Es wird darin behauptet, dass Bund und Land immer mehr Aufgaben auf die kommunale Ebene übertra¬gen, ohne sich um die Finanzie¬rung zu kümmern. Dies ist in unserem Land genau nicht der Fall, denn die SPD-geführte Regierung hat durchgesetzt, was seit 2004 in der Landesverfassung garantiert ist: Alle Aufgaben, die das Land den Kommunen überträgt, muss es auch finanzieren. Das gilt für die stufenweise Einführung der Beitragsfreiheit im Kindergarten ebenso wie für die Finanzierung der Schulstrukturreform. Da fragt man sich schon, was in den Köpfen derer vorgeht, die solche Behauptungen aufstellen, anstatt den Bund aufzufordern, es dem Land gleichzutun.
Ebenso falsch ist die Aussage, die Gemeinden müssten die Schul¬bücher bezahlen. Natürlich über¬nimmt das Land die Kosten für die Lernmittelfreiheit. Und dann wird mal so mir nichts, dir nichts die Forderung nach 100 Millionen zusätzlicher Mittel ge¬stellt, ohne zu sagen, woher das Geld kommen soll Auch berücksichtigt die vorgeschlagene Re¬solution nicht, dass Rheinland-Pfalz als einziges Bundesland mit dem Bei¬standspakt und dem Stabilisie¬rungsfonds den Städten und Gemeinden einen jährlichen Zu¬wachs aus dem kommunalen Fi¬nanzausgleich garantiert. Die CDU-geführten Länder kassieren dagegen bei den Kommunen ab, wie das Beispiel Hessen zeigt.

Seit Jahren versucht das Land gegen den Widerstand von CDU und FDP, auf Bundesebene eine Gemeindefinanzreform durchzusetzen. Dafür bedarf es keiner Aufforderung an die Landesregierung durch eine zusätzliche Resolution.

Die Instrumente, die Kommunal¬finanzen nachhaltig zu verbes¬sern, liegen beim Bund. Der macht aber mit seiner ungerech¬ten Steuerpolitik genau das Ge¬genteil und ruiniert die Kommu¬nalfinanzen. Die Bundesvereini¬gung der kommunalen Spitzen¬verbände rechnet in diesem Jahr mit einem kommunalen Rekord¬defizit von zwölf Milliarden Euro. Deshalb verlangen wir eine Er¬stattung von 1,6 Milliarden Euro an die Kommunen.. Das ist die Summe, die diese aufgrund des ,,Wachstumsverhinderungsgeset¬zes" an Einnahmeverlusten hin¬nehmen müssen.

Außerdem for¬dern wir, dass der Bund nicht mehr immer neue Soziallasten auf die Kommunen abdrückt, sondern zum Beispiel die tatsächlichen Kosten für die Mieten der Kartz IV –Empfänger übernimmt.
Aber in Berlin denkt man nicht daran, den Kommunen zu helfen.

Harald Schweitzer, MdL und Landesgeschäftsführer der sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik

 

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